Brandenburger Tor
Wer sich dem Brandenburger Tor von Osten her nähert, kommt „Unter den Linden“ entlang auf den Pariser Platz, während man vom Westen her die „Straße des 18. März“ benutzen muss. Mehr als drei Jahrzehnte war das Brandenburger Tor nicht zugänglich, weil es die Grenze zwischen Ostberlin und Westberlin und gleichzeitig die Grenze zwischen zwei großen Militärbündnissen bildete. Hier fielen sich die Menschen zwei Tage vor Weihnachten 1989 mit Freudentränen in die Arme, nachdem sie lange auf den Straßen um die Wiedervereinigung Deutschlands gekämpft hatten. Durch die Tatsache, dass das im 18. Jahrhundert errichtete und erweiterte Bauwerk zum Grenzwall der ehemaligen politischen Feinde lag, unternahmen weder Westen noch Osten etwas zur Erhaltung der wertvollen Bausubstanz und der metallenen Skulptur auf dem einst als Stadttor errichteten Brandenburger Tor. Die fünf Meter hohe Skulptur stellt den vierspännigen Wagen der Siegesgöttin dar, den Napoleon 1806 nach Paris verschleppen ließ. Den Erfolgen Blüchers ist es zu danken, dass sie noch heute das Brandenburger Tor ziert. Zu dem Natursteinbau des eigentlichen Tores gehörten die beiderseits angesetzten Torhäuser, die ursprünglich der Bewachung dienten und die 1868 von den noch jetzt zu besichtigenden Säulengängen ersetzt wurden. Dem weiteren Zerfall des historischen Bauwerks wirkte man durch eine fast zweijährige Restaurierung entgegen, die am 3. Oktober 2002 durch eine feierliche Enthüllung zum erfolgreichen Ende kam.