Gedächtniskirche
Wer in Deutschland nach Gedächtniskirchen sucht, der wird in Wiesbaden, Speyer, Rosow, Leipzig, Karlsruhe und Berlin fündig. Die bedeutendste dieser Gedächtniskirchen ist „Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche“ in der Bundeshauptstadt Berlin, obwohl aus architektonischer Sicht die „Russische Gedächtniskirche“ in Leipzig die interessanteste sein dürfte. Die „Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche“ steht unmittelbar am Berliner Kurfürstendamm, der Flaniermeile der Metropole. Wilhelm II. selbst gab den Bau in Auftrag, nachdem er zuvor einen Wettbewerb unter den besten Architekten des Landes gestartet hatte, der zu Gunsten von Franz Schwechten entschieden wurde. Er hatte sich für den neoromanischen Stil entschieden, der fünf Türme enthielt, deren höchster 113 Meter über die Stadt aufragt. Nach vierjähriger Bauzeit konnte die Kirche bereits im September 1985 zur Nutzung feierlich übergeben werden. Besonders beeindruckend sind die Mosaiken an den Wänden des Vorraumes. Der Baustil prägte für viele Jahre die Kirchen Deutschlands. Kurios ist, dass im Harzstädtchen Wernigerode ein detailgetreuer Nachbau der Gedächtniskirche mit einem Zehntel der Originalgröße errichtet wurde. Der Originalbau fiel dem II. Weltkrieg zum Opfer. Nur einer der Türme konnte erhalten und in den 1961 fertig gestellten Ersatzbau integriert, der von Egon Eiermann entworfen wurde. Ein Relikt der historischen Kirche ist auch die Turmuhr, die bereits 1959 restauriert, jedoch Anfang 2008 außer Betrieb genommen werden musste. Derzeit laufen intensive Bemühungen, mit Spendengeldern eine Reparatur der historischen Uhrwerke zu bewerkstelligen.