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Heidelberger Schloss

Von der nördlichen Flanke des Königsstuhls schaut aus 80 Metern Höhe die Schlossruine auf Heidelberg hinab, die als eines der wichtigsten Baudenkmäler der Renaissance zum Wahrzeichen der Stadt geworden ist. Sie soll an der Wende zum zwölften Jahrhundert im Auftrag der bayrischen Herzöge erbaut und kurz darauf durch eine zweite Burg ergänzt worden sein. Die Wehrhaftigkeit und prächtige Ausstattung beeindruckte sogar Martin Luther, der die Burg 1518 besuchte. Im 17. Jahrhundert wurde das Schloss in mehrere heftige Kämpfe verwickelt, bei denen es auch unter Beschuss geriet. Das gipfelte darin, dass die Franzosen es 1689 anzündeten. Johan Wilhelm gelang es binnen zwei Jahren, das Schloss so gut instand zu setzen und auszurüsten, dass die erneut einfallenden Franzosen es im ersten Anlauf 1693 nicht besiegen konnten. Erst 1693 gelang es ihnen, das Schloss einzunehmen und ihr zerstörerisches Werk zu vollenden. Karl Philipp plante einen Abriss und an gleicher Stelle einen Neubau, was allerdings an seinen Finanzen scheiterte. Nach einem heftigen Streit mit der Kirche verlegte er seinen Hauptsitz nach Mannheim und überließ die maroden Schlossreste sich selbst. Erst Karl Theodor nahm wieder Anteil an dem alten Gemäuer und wollte dort sogar wieder einziehen, doch 1764 brannte erneut ein Teil des Schlosses nieder. Diesmal allerdings durch die Gewalt der Natur in Form zweier Blitze. Graf de Graimberg versuchte das Schloss bereits auf der Schwelle des 19. Jahrhunderts zu retten, doch nach vielem Hin und Her wurde erst 1900 ein Teil des Schlosses restauriert.