Herrenhäuser Gärten
Wer die Herrenhäuser Gärten anschauen möchte, muss in die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover fahren. Die Gärten bestehen aus insgesamt vier Teilen, von denen der „Große Garten“ zu den wichtigsten Gärten des Barock in ganz Europa gehört. Seine Entstehung geht auf eine Initiative des Herzogs von Calenberg zurück, der den Garten 1638 anlegen ließ. Nachdem sein Sohn auf dem Gelände ein Schloss erbauen ließ, folgte die erste große Erweiterung in Form eines Lustgartens. Dieser sollte in der Folge mit einem Wasserspiel ergänzt werden. Nachdem erste technische Hindernisse beseitigt waren, gelang es drei Engländern eine von einem Pumpwerk gespeiste, mehr als dreißig Meter hohe Fontäne zu erzeugen. Das Pumpwerk ist heute eines der Industriedenkmäler von Hannover. Kurfürstin Sophie sorgte für einen weiteren Ausbau auf die noch heute bestehende Fläche, die etwa 50 Hektar umfasst. Sie war es auch, die den Berggarten mit einem Gewächshaus versehen und ihn exotisch bepflanzen ließ. Später wurde er in einen botanischen Garten umgewandelt und mit einer Bibliothek ergänzt. Der Küchengarten dagegen machte seinem Namen Ehre und versorgte das Adelshaus. 1849 öffnete das Palmenhaus seine Pforten und bekam 1880 Unterstützung durch ein weiteres. Doch beide wurden im II. Weltkrieg zerstört und 2000 durch das Regenwaldhaus ersetzt. Der Georgengarten entstand als Wohngebietsgarten für die adligen Bewohner und wurde im 19. Jahrhundert umgestaltet, wobei man sich an den englischen Landschaftsgärten orientierte.