Reichstag
Nachdem Berlin zur gesamtdeutschen Hauptstadt gekürt wurde, ist das Reichstagsgebäude auch wieder der Sitz des Parlamentes, des deutschen Bundestags. 1871 fasste der Reichstag den Beschluss, ein neues Domizil für das Parlament zu errichten. Der Bau wurde mehrfach als Architektenwettbewerb ausgeschrieben und im ersten Durchgang zu Gunsten eines Entwurfs von Ludwig Bohnstedt entschieden, wobei am Ende jedoch der Sieger des zweiten Durchgangs Paul Wallot beauftragt wurde. Erst 1894 wurde das Gebäude fertig gestellt. Schnell stellte man fest, dass der Platz für die ständig steigende Zahl der Abgeordneten nicht reichte und plante eine Erweiterung. 1933 fielen Teile des Reichstags einer Brandstiftung zum Opfer, für die trotz fehlender Beweise die politischen Feinde verantwortlich gemacht wurden. Nach einer anderweitigen Nutzung der Gebäudereste wurde 1955 eine Sanierung mit gleichzeitig notwendigen Umbauten in Auftrag gegeben. Nach dem Mauerbau befand sich das Gebäude im östlichen Sektor und wurde jahrzehntelang als Museum genutzt. Nach der Wiedervereinigung begann man 1996 mit einem neuerlichen Aus- und Umbau des Reichstages, in deren Rahmen auch die gläserne Kuppel entstand, die heute den Plenarsaal überspannt. Die Kuppel entwickelt sich immer mehr zum Publikumsmagneten und Wahrzeichen der Stadt. 1999 siedelte der Bundestag nach Berlin um. Der Reichstag beherbergt heute auch eine umfangreiche Kunstsammlung, bei der viele Schauobjekte extra für den Reichstag geschaffen wurden.