Schiffshebewerk Niederfinow
Wer sich flussaufwärts auf dem Kanal, der Oder und Havel miteinander verbindet, Niederfinow nähert, der sieht schon von weitem den 60 Meter aufragenden imposanten Stahlbau des Schiffshebewerks, das zu den geschützten Industriedenkmälern der Haager Konvention gehört. Es darf bei kriegerischen Auseinandersetzungen nicht vorsätzlich in Mitleidenschaft gezogen werden. Das 1934 fertig gestellte Meisterwerk der Ingenieurbaukunst ermöglicht es den Schiffen in beiden Richtungen die 36 Metern Höhenunterschied in einem Zug zu überwinden, wo vorher die Passage von vier einzelnen Schleusen erforderlich war. 1980 war auf Grund der starken Auslastung eine Generalüberholung erforderlich. Kurze Zeit später wurden die Tragseile des 85 Meter langen Troges erneuert, der den passierenden Schiffen 12 Meter Breite und 2,50 Meter Tiefe bietet. Jeder Hebevorgang dauert inklusive Ein- und Ausfahrt zwanzig Minuten, die eigentliche Fahrstuhlfahrt fünf Minuten. Das Schiffshebewerk Niederfinow stieß im letzten Jahrzehnt vor der Jahrtausendwende immer wieder an seine Kapazitätsgrenzen, was vor allem der Tatsache geschuldet ist, dass hier sehr viele Schubverbände passieren, die für den Transport in einzelne Teile zerlegt werden müssen. Deshalb entschloss man sich 1997 zum Bau eines neuen, noch leistungsstärkeren Schiffshebewerkes, für das 2006 der Grundstein mit dem Abriss der unteren der vier alten Schleusen gelegt wurde. Es soll 2013 fertig gestellt werden und sich bis 2025 die Arbeit mit dem „alten“ Schiffshebewerk teilen.