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Ulmer Münster

Das Münster von Ulm besitzt mit 161,5 Metern den höchsten Kirchturm der Welt. Der Baubeginn war im 14. Jahrhundert, als der tägliche Marsch zur Kirche vor den Toren der Stadt zeitweise zu gefährlich wurde oder bei Belagerungen unmöglich war. Nachdem sich mehrere Bauleiter die Klinke in die Hand gegeben hatten, wurde das provisorisch hergerichtete Münster seiner Bestimmung übergeben. Nach heftigen technischen Problemen brach man 1543 den Bau ab, der erst 1844 weitergeführt und 1890 vollendet wurde. Der II. Weltkrieg zeigt im Gemäuer bis heute seine Wirkung, so dass jährlich hohe Summen für die Erhaltung des Baus eingesetzt werden müssen. Sehr beeindruckt sind die Besucher immer wieder von den mehr als fünfzehn Meter Höhe messenden Fenstern, die mehr als fünfhundert Jahre auf dem Buckel haben, die aber den farbenfrohen Glasmalereien nichts anhaben konnten. Auch das Chorgestühl erntet mit den unzähligen Schnitzfiguren immer wieder bewundernde Blicke. Der ursprüngliche Altar der Kirche existiert leider nicht mehr. An seiner Stelle steht ein Hutzaltar, der von Flügeln von Martin Schaffner eingerahmt wird. Auch die Freunde der Steinmetzkunst kommen auf ihre Kosten, wenn sie sich den aus dem 14. Jahrhundert stammenden Mittelpfeilern zuwenden. Das über den Chorbogen befindliche knapp 150 Quadratmeter messende Fresko mit dem „Jüngsten Gericht“ wird in Fachkreisen als eine der bedeutendsten Wandmalereien Europas gehandelt.