Weltkulturerbe Völklinger Hütte
Schon von der Autobahn 620 aus hat man einen herrlichen Ausblick auf die imposanten Anlagen des 1873 entstandenen Eisenbergwerks im südwestlichen Zipfel des Saarlandes. Doch der ursprüngliche Gründer scheiterte an wirtschaftlichen Faktoren und musste aufgeben. Carl Höching begann 1881 und schaffte es, den Standort binnen kurzer Zeit zu einem der wichtigsten Zentren der Herstellung von Eisenträgern zu machen. 1991 kam das Thomas-Stahlwerk hinzu, das eine neue Technologie zur Verhüttung des Erzes einsetzte. 1897 entstand die Koksbatterie, die für die hohen Temperaturen sorgte, die für das Einschmelzen des Erzes erforderlich waren und deren Effektivität wenige Jahre später durch eine Gasgebläsemaschine unterstützt wurde. Auch bei der 1928 eingeführten Sintertechnik war man europaweit einer der mutigsten Vorreiter. Im II. Weltkrieg wurde die Produktionsrate durch den Einsatz von Zwangsarbeitern gesteigert, um ausreichend Stahl für die Rüstungsproduktion liefern zu können. Einen erneuten Schub gab es durch den hohen Bedarf der Nachkriegszeit, der vor allem von der Baubranche ausging. 1956 erfolgte die Rückübertragung an die Familie Völkling, die immer weiter expandierten und 1965 immerhin 17.000 Mitarbeiter beschäftigten. Nachdem man sich bis zum Unternehmen Saarstahl mit anderen Betrieben vereinigt hatte, erfolgte nach dem Ausscheiden der Völklings 1986 die Stilllegung. Seitdem wurde gebaut, renoviert und restauriert und das wertvolle Industriedenkmal als Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.