Ostseebad Binz
Die kleine Hafenstadt Binz findet sich im nordöstlichen Teil Deutschlands auf der Insel Rügen. Die Ursprünge der Badetraditionen lassen sich bis 1830 zurückverfolgen, doch erst gegen 1870 stieg die Zahl der Gäste rasant an. Nachdem 1880 das erste Strandhotel an der erst kurz zuvor zwischen Dorf und Küste gebauten Straße errichtet worden war, dauerte es gerade einmal vier Jahre, bis Binz das Recht bekam, sich „Badeort“ nennen zu dürfen. Der Ausbau der Fährverbindung nach Stettin und Sassnitz brachte eine weitere Steigerung der Gästezahlen, so dass schon 1893 das erste Kurhaus in Binz errichtet wurde. Doch es fiel schon nach fünfzehn Jahren einem Brand zum Opfer, nachdem im Jahr zuvor die Seebrücke von einer Sturmflut ins Meer gerissen worden war. Vor den Toren der Stadt entstand der Ortsteil Prora, der sich zu einem Zentrum des Rügentourismus entwickeln sollte. Die Wiedervereinigung Deutschlands brachte für Binz einige Vorteile, obwohl es in den vierzig Jahren der sozialistischen Diktatur auch immer ein heiß umkämpfter Urlaubsort war. Doch der DDR Regierung fehlten die Mittel, die an der Strandpromenade gelegenen enteigneten Villen in Ordnung zu halten. Nach der Rückübertragung an die Alteigentümer ist dort eine schmucke Straße entstanden, auf der man flanieren kann, wenn man vom gesundheitsfördernden Bad in der Ostsee die Nase einmal voll hat.