Jüdisches Museum Berlin
Wer sich das Jüdische Museum in der Berliner Lindenstraße anschaut, der kann auf zwei Jahrtausende Geschichte blicken. Das Museum besteht aus einem barocken Altbau, der mit einem von Daniel Libeskind geschaffenen Neubau ergänzt wurde. Die vom Bund ins Leben gerufene Stiftung eröffnete das Museum 2001. Im so genannten Kollegienhaus, das einst ein preußisches Gericht beherbergte, finden heute zahlreiche Sonderausstellungen statt. Das Museum ist in drei Achsen unterteilt, von denen einer für den Holocaust, eine für die Kontinuität und eine für Exil steht. Der Garten des Exils ist eine fremdartige Umgebung, die dazu geeignet ist, den Besucher zu verunsichern. Das ist von den Gestaltern so gewollt, um die Gäste die Verunsicherung der jüdischen Exilanten für einen kurzen Moment hautnah erleben zu lassen. Sehr beeindruckend ist der Holocaust- Turm, der die Besucher mit seiner erdrückenden Dunkelheit immer wieder an eine Gaskammer erinnert. 2005 wurde das Museum um den Glashof erweitert, der als Lokalität für größere Veranstaltungen genutzt werden kann. Die dauerhafte Ausstellung zeigt die Geschichte der Juden von den Anfängen der Judenvertreibung des vierten Jahrhunderts über das mittelalterliche Aschkenas und das Leben der Land- und Hofjuden bis hin zu den Toleranzedikten des 19. Jahrhunderts. Auch um die Kriegsverbrechen der Deutschen an den Juden wird kein Bogen gemacht und geschildert, wie es heute gelingt, dass Deutsche und Juden in friedlicher Koexistenz leben können.