KZ Gedenkstätte Dachau
Etwa zwanzig Kilometer von München entfernt, liegt die Gedenkstätte Dachau. Heinrich Himmler ließ das Konzentrationslager an der Stelle errichten, wo vorher Munition für die Kriegsmaschinerie produziert worden war. Ein politisches Novum war, dass hier eine totalitäre Gerichtsbarkeit herrschte, die nicht dem Staat unterstand, obwohl vor allem politische Gegner hier für immer mundtot gemacht wurden. Hier wurden im Verlauf von zwölf Jahren mehr als 200.000 Menschen unter unmenschlichen Bedingungen festgesetzt. Über ein Fünftel der dort Inhaftierten starb entweder durch Hinrichtungen, fehlende medizinische Versorgung, menschenunwürdige Unterbringung und Verköstigung, sowie fehlende Möglichkeiten der Hygiene und dadurch grassierende Krankheiten. Nach dem Krieg wurde das KZ zuerst als Flüchtlingslager genutzt, um diesen wenigstens ein notdürftiges Dach über dem Kopf bieten zu können. Bestandteil der Gedenkstätte sind heute die Grabstätten der dort zu Tode gekommenen Häftlinge und die 1960 erbaute „Todesangst Christi“ Kapelle. Seit 1965 öffnet die Gedenkstätte mit einem Museum, das von der Bibliothek und einem umfangreichen Archiv ergänzt wird. In einer Ausstellung kann man sich über die Schicksale einzelner Häftlinge informieren. Die ehemaligen Baracken mussten auf Grund ihres maroden Zustandes abgerissen werden und sind heute nur noch als nachgegossene Fundamente zu sehen. Seit 1969 steht das Mahnmal auf dem ehemaligen Appellplatz und 1994 kam die „Auferstehungs- Gedächtniskapelle“ hinzu. 2003 erfolgte eine Umgestaltung der Ausstellung und in diesem Zug auch der originalgetreue Nachbau einer Baracke, in denen die Häftlinge untergebracht waren.